Biofilm

Biofilme

detail of hot spring organics

Die in unterschiedlicher Intensität auftretende „Schleimmatrix“, auch Biofilm genannt bildet sich oft im Ausgang von Wasserhähnen, Überläufen von Waschbecken oder überall dort wo Wasser mit Luft an festen Oberflächen in Berührung kommt.

Dieser Biofilm besteht aus extrazellulären polymeren Substanzen (EPS) und enthält Mikroorganismen und staubähnliche Stoffe, welche in ihm immobilisiert sind. Die Möglichkeiten für die Entstehung von solchen Biofilmen sind also vielfältig gegeben. Sie stellen einen Schutz- oder Lebensraum für die verschiedensten Arten von Mikroorganismen da und begünstigen ein symbiotisches Zusammenleben.

Hier ein kurzer Eindruck von der umfangreichen Funktionalität der Bakterien!

Der Biofilm hat wesentliche Vorteile gegenüber der planktonischen Lebensweise. Anstatt das sich wie bei dieser einzelne frei schwimmende Bakterien z.B. im Wasser bewegen, stellt er einen effektiven Schutzraum dar. Unter anderem gegen:

  • Austrocknung
  • Desinfektionsmittel
  • Extremen PH-Wertschwankungen etc.

Durch das Vorhandensein ökologischer Nischen in einem solchen „Schutzraum“, können sich im Biofilm verschiedenste Arten und Spezies entfalten. Diese Nischen umfassen unter anderem sogenannte Strömungstotzonen und sauerstofffreie Zonen in den tieferen Schichten des Biofilms.

Gleichzeitig kann der Biofilm selbst in nahrungsarmen Zeiten den Mikroorganismen als Nahrungsquelle dienen. Besonders zutreffend ist das im Zersetzungsvorgang von Pflanzenresten und bestimmten Kunststoffen. Bei Kautschukdichtungen und Kunststoffschläuchen an Duschen wurden Biofilme gefunden, welche von den Kohlenstoff enthaltenen Weichmachern lebten. Das führt natürlich auf Dauer zu einer Qualitätsminderung der Wirtsstoffe und diese weisen dann Mängel wie z.B. Risse auf.

Natürlicherweise gibt es speziell angepasste Biofilme überall. So leben z.B. auf unserer Haut bis zu 170 verschiedene Bakterienarten ohne deren Funktion unser Haut zu schützen, diese wesentlich anfälliger für Krankheiten wäre.

Mediziner gehen davon aus, dass durch die Zerstörung dieses Biofilms der Haut durch Seife und Duschgel, die Haut um ein Vielfaches anfälliger für Hautkrankheiten wird.

Diese kleine Recherche schließt also mit dem folgenden Ergebnis:

  1. Biofilme lassen sich auf feuchten Oberflächen kaum vermeiden
  2. Sie stellen keine unmittelbare Gefahr für den Benutzer da, solange sie nicht abreißen und verschluckt werden. Und auch dann nur, wenn die enthaltenen Bakterienstämme krankheitserregend sind, bzw. wenn das Immunsystem nicht stark genug ist mit ihnen umzugehen.
  3. Eine regelmäßige Reinigung befeuchteter Gegenstände vor allem im Umgang mit Trinkwasser ist also auf jeden Fall zu empfehlen.

 

 

 

 

 

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